FACHARZT FÜR CHIRURGIE, GEFÄSSCHIRURGIE UND VISCERALCHIRURGIE
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Krampfadern (Varizen)

Was sind die Krampfadern und wie entstehen sie?

Die Hauptaufgabe der Saugader (Venen) im Blutkreislauf besteht darin, das sauerstoffarme und von Nährstoffen entladene Blut in den peripheren Organen wie Muskeln, Haut und Knochen zu sammeln und zum Herzen zurückzutransportieren. Von dort aus wird das sauerstoffreiche Blut wieder durch die Schlagader (Arterien) zurückgeführt. Die Venen an den Armen und Beinen werden in das tiefe und das oberflächliche System unterteilt. Die Erweiterung der oberflächlichen Venen, vorwiegend an den Beinen nennt man Krampfadern. Der Fachbegriff für die Krampfadern lautet Varizen und für die Erkrankung Varikosis.


Eine wesentliche Ursache für dieses Krankheitsbild ist die ererbte Bindegewebsschwäche mit Schwächung der Venenwand und der Venenklappen und einem dadurch gestörten Rückfluss des Blutes in die tiefen Venen. Gefördert wird dieses Leiden vor allem durch Übergewicht, vieles Stehen in gewissen Berufen, Schwangerschaft und Bewegungsarmut. In Europa leidet an Krampfadern jede zweite Frau und jeder vierte Mann. Jeder 8. Erwachsene ist von einer bereits fortgeschrittenen chronischen Venenerkrankung betroffen.

Welche sind die Formen der Krampfader?

Stammvarikosis: Hierbei ist eine der sog. Stammvenen betroffen. Es wird zwischen der vena saphena magna (VSM) (große Rosenvene) auf der vorderen Innenseite des Oberschenkels und der vena saphena parva (VSP) (kleine Rosenvene) auf der hinteren Seite des Unterschenkels unterschieden. Die VSM mündet in die tiefe Vene im Bereich der Leiste, dagegen fließt das Blut durch die VSP in die tiefe Vene oberhalb der Kniekehle. An den Mündungsstellen befinden sich so genannte Schleuseklappen die bei einer Stammvarikosis oft nicht funktionstüchtig sind.

Seitenastvarikosis: Seitenäste gehen von der Stammvene ab. Die Seitenastvarikosis liegt oft in Kombination mit einer Stammvarikosis vor.

Besenreiservarikosis/Retikuläre Varikosis: Es handelt sich um kleinste erweiterte Venen in der Haut. Diese Formen haben nur kosmetische Bedeutung, sie können aber auf eine nicht sichtbare Stammvarikosis hinweisen.

Perforansinsuffizienz: Perforans Venen (Brückenvenen) sind das Verbindungsvenen zwischen den oberflächlichen und den tiefen Venensystem. Normalerweise transportieren diese Venen dank ihren Klappen das Blut aus der Oberfläche in die Tiefe hinein. Im Falle einer Erweiterung der Vene kommt es aber zu einer Funktionsstörung der Klappe und dadurch zum Blutumkehr aus der Tiefe in die Oberfläche, was wiederum sogar zu einer so genannten distalen (körperfernen) Stammvarikosis führen kann.


Welche Beschwerden und Komplikationen können auftreten?

Varikös erweiterte Venen verursachen selbst keine Beschwerden oder gar Schmerzen. Eine Varikosis kann jedoch durch die mit ihr verbundene venöse Blutumlaufsstörung eine Beinschwellung bewirken, die sich durch Spannungsgefühl, das Gefühl schwerer Beine oder Muskelkrämpfe bemerkbar machen kann. Oberflächliche Krampfadern können bei Verletzung stark bluten, durch lokalen Druck lässt sich diese Blutung jedoch meist stillen. Krampfadern neigen zu Entzündungen (Phlebitis) die sehr schmerzhaft sein können. Eine Phlebitis ist oft mit einer Gerinnselbildung verbunden (Thrombophlebitis). Die Gerinnsel können sich aus den oberflächlichen Venen bis in die tiefen Venen fortsetzen und zu einer Thrombose führen. Sollte sich der Blutgerinnsel (Thrombus) ablösen, kann er bis in die Lunge wandern und eine Lungenembolie verursachen die sogar zum Tode führen kann. Die Zahl der tödlichen Lungenembolien pro Jahr wird in Deutschland auf über 30.000 geschätzt, damit nimmt die Lungenembolie in der Todesursachenstatistik unverändert den 3. Platz ein. Eine lang bestehende Varikosis kann außerdem zu einer chronischen Veneninsuffizienz führen, die wiederum im fortgeschrittenen Stadium sich durch Wunden an den Unterschenkeln (offene Beine, Ulkus cruris) äußert. Mehr als 1,2 Millionen Deutschen haben ein offenes Bein meist nach durchgemachten Thrombosen.


Welche Behandlungsmöglichkeiten bestehen?

Verödung (Sklerotherapie)/ Schaumverödung : Diese Methode ist geeignet bei Seitenast- und Besenreiservarizen und bei verbliebenen Varizen nach Operation, ist risikoarm und belastet den Patienten kaum. Auch eine Stammvarikosis kann mit der Schaumsklerosierung versorgt werden, allerdings sind hier die Rezidivraten höher als mit den anderen Methoden. Die neuesten Studien ergaben, dass die Rückfallquote (pathologischer Reflux) nach einer Schaumverödung der Stammvene (vena saphena magna) beträgt nach 3 Jahren 60%. Mittels Injektion eines Verödungsmittels in die Krampfader wird eine künstliche Venenentzündung bewirkt, was zu einer bindegewebigen Umwandlung der Varize führt. Durch die Vermischung des Verödungsmittels mit Schaum wird die Wirksamkeit der Methode gesteigert.

Operation: Die traditionelle Behandlungsmethode der Stammvarikosis ist die Crossektomie (Unterbindung und Durchtrennung der erkrankten Vene sowie sämtlichen Nebenäste an der Einmündung zur tiefen Vene) und das Stripping (Entfernung der erkrankten Vene mittels einer Sonde die von innen eingeführt wird). Die Operation findet überwiegend in einer Rückenmarknarkose statt. Zusätzlich können Seitenäste mittels kleiner Hautschnitte entfernt werden. Um einen Bluterguss zu vermeiden kann das Stripping von außen (sog. phlebectomie externe) stattfinden. Die erkrankten Perforansvenen sollen in der Tiefe unterbunden werden, dies kann minimal invasiv (ohne größere Wunden) als ESPD (Endoskopische Subfasziale Perforans Dissektion) erfolgen. Im fortgeschrittenen Stadium mit Geschwürbildung bittet sich die minimal invasive Fasziotomie (EF- Endoskopische Fasziotomie) an.

Kompressionsbehandlung: Sollte ein Operation nicht in Frage kommen, können mittels Kompressionsstrümpfe oder elastischen Wickeln die Beschwerden gelindert werden. Eine vorübergehende Kompressionsbehandlung ist auch ein paar Wochen nach einer Operation angezeigt.

Radiofrequenz-/ Laserbehandlung: Diese Verfahren stellen eine weniger invasive Alternative zum Venen- Stripping dar, bei der die erkrankte Vene stattdessen endoluminal (von innen) verschlossen wird und im Körper verbleibt. Durch das Erwärmen der Venenwand bei der Radiofrequenzablation (RFA) (z.B. RFiTT- Celon) schrumpft das Gefäß wodurch das Innere der Venenwände versiegelt und der Blutfluss auf natürliche Weise über gesunde Venen umgeleitet wird. Diese Methode eignet sich für bestimmte Formen der Varikosis. Die 10 jährige Langzeitergebnisse von der RFA zeigen genauso niedrige Rückfallquoten wie bei der Crossektomie und Stripping aber ein besseres kosmetisches Ergebniss.

MOCA Clarivein: MOCA steht für mechanochemical endovenous ablation und ist auch ein minimal invasives Verfahren welches auf eine Ultraschall gesteuerte Katheter Reizung der Innenwand der Stammvene mit gleichzeitiger Verabreichung vom Verödungsmittel beruht. Der Vorteil dieses Verfahren liegt daran, dass keine Hitze appliziert wird und dadurch kommt es nicht zur Reizung von Hautnerven was zwar selten aber gelegentlich beim Laser oder RFA vorkommen kann. Diese Behandlung kann auch in rein örtlicher Betäubung stattfinden, allerdings dadurch, dass es relativ neu ist, liegen keine Langzeitergebnisse vor. Die Kurzzeitergebnisse zeigen aber Vorteile gegenüber den termischen endovaskulären Verfahren ( http://youtu.be/-RBhpGdmH7I )

Die Clarivein (Moca) Methode

Medikamentöse Therapie: Die Medikamente haben als Ziel die Venenspannung zu erhöhen und die Beschwerden zu lindern, allerdings sind nicht in der Lage die oben genannten Behandlungsmethoden zu ersetzen.
 


Minimal invasive (MIC) Beseitigung der Krampfadern

Vor MIC Behandlung
2 Wochen nach MIC Behandlung

Autor: Dr. Andreas Franczak

Presseberichte

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